Bootis Welt

Kategorie: Allgemein

  • Der Kiel wird montiert

    Die Montage eines Bootskiels ist je nach Bootstyp unterschiedlich. Bei den meisten Booten, so auch bei unserem, ist der Kiel mit speziellen Kielbolzen am Rumpf befestigt. Das sorgt für eine zuverlässige Verbindung. Der Kiel ist für ein Boot sehr wichtig.

    Der Kiel soll das Schiff auf Kurs halten und das Kentern verhindern. Bei Segelbooten ist es Aufgabe des Kiels, die Stabilität zu gewährleisten. Der Kiel wirkt als Gegengewicht zu der Kraft des Windes, die auf die Segel wirkt. Ohne Kiel könnte der Wind das Boot umwerfen. Damit dieses nicht passiert, enthält der Kiel schweren Ballast, z.B. Blei oder Eisen, welches am tiefsten Punkt des Bootes befestigt ist. Dieses Gewicht wirkt einer Neigung des Bootes durch den Wind entgegen und sorgt dafür, das ein Boot aufrecht bleibt und seine Richtung beibehalten kann. Ohne Kiel würde der Wind das Boot vom Kurs abbringen.

    Unser Boot ist ein sogenannter Kielschwerter. Es besitzt nicht nur einen Kiel sondern auch noch dazu ein Schwert. Das Schwert ist bei einem Segelboot ein bewegliches Element unter dem Rumpf, welches ebenfalls dafür sorgt, das Boot in Position zu halten und ein Abdriften zu verhindern. Es verhält sich wie ein Unterwassersegel. Das Schwert ist bei uns eine bewegliche Metallplatte, die im Kiel mit einem Bolzen befestigt wird und bei Bedarf heruntergelassen oder hochgezogen werden kann. Damit kann das Boot z.B. in flachen Gewässern besser navigiert werden und bei starkem Wind erhöht sich die Stabilität.

  • Nachhaltigkeit im Bootsbau

    Ökologie Ökonomie Wirtschaftlichkeit

    Die drei Säulen der Nachhaltigkeit

    Uns ist es wichtig, die Natur zu schützen. Mülltrennung und Müllvermeidung ist für uns selbstverständlich. Wir möchten beim Bootsbau ein wenig dazu beitragen, dass die Umwelt nicht durch noch mehr Dinge belastet wird. Deshalb bemühen wir uns, so oft wie möglich, Dinge weiter zu verwenden, für die andere keinen Bedarf mehr haben. Nachhaltigkeit ist für uns nicht nur eine Idee, sondern der Kern dieses Projektes.

    Um für unser Boot Teile zu finden, eignet sich Kleinanzeigen sehr gut. Die ersten Winschen, eine Querschubanlage, ja – auch Booti selbst – alles Funde bei Kleinanzeigen. Wir haben es uns zum Prinzip gemacht, bei den anstehenden Investitionen in Bauteile für unser Boot zunächst bei Kleinanzeigen zu schauen. Zum Glück haben wir einen großen Dachboden, so dass wir auch schon Dinge, wie z.B. die Winschen kaufen konnten, obwohl sie noch nicht eingebaut werden können.
     Wir besuchen auch maritime Flohmärkte, z.B. den in Wedel, der auch am kommenden Wochenende wieder zum Stöbern einlädt. Auch dort werden Zubehörteile angeboten, die sich oft noch sehr gut zur Weiterverwendung entweder beim Bau oder bei unserem jetzigen Boot eignen.

    Wir streben es an, das 3-Säulen-Prinzip der Nachhaltigkeit weit möglichst sowohl beim Segeln, als auch beim Bootsbau, zu berücksichtigen. Die drei Säulen sind die ökologische Verantwortung. Diese Säule konzentriert sich auf den Schutz der Umwelt und natürlicher Ressourcen. ( z.B. Umweltfreundliche Materialien, Energieeffizienz). Dies ist uns sehr wichtig. Die zweite Säule bildet die ökonomische Nachhaltigkeit (z.B. Langlebigkeit und Reparaturfähigkeit). Als dritte Säule gilt die Wirtschaftliche Tragfähigkeit. (z.B. faire Arbeitsbedingungen, Barrierefreiheit).

    Für den Bootsbau bedeutet dies, nachhaltige, recyclefähige oder umweltfreundliche Materialien einzusetzen. Außerdem gehört die Energieeffizienz dazu, d.h. geht es darum, bei der Produktion und im Betrieb des Boote den Energieverbrauch niedrig zu halten und erneuerbare Energien zu nutzen. (vgl google)

    Für uns bedeutet dies beim Segeln, wenn wir mit unserem Boot unterwegs sind, möglichst selten den Motor zu nutzen und viele Seemeilen zu Segeln. Wir planen unsere Tagesabschnitte so, dass wir  segelnd unser Tagesziel erreichen können. Wir sind gern bereit, gegen den Wind zu kreuzen. Es kostet mich zwar viel Geduld – was nicht gerade meine Stärke ist –  aber aus Umweltschutzgründen bin ich bereit, zu warten.

    Die ökonomische Nachhaltigkeit bedeutet im Bootsbau Wirtschaftlichkeit( langfristige Rentabilität und Ressourceneffizienz), d.h.  hierbei geht es auch darum, nachhaltige Materialien einzusetzen, die eine geringere Umweltbelastung haben und die technischen Eigenschaften von Booten verbessern können. Neben der Nutzung nachhaltiger Antriebstechniken und effizienten Recycling und Entsorgungssystemen sind der Einsatz von umweltschonenden Antifouling-Systemen und innovativen Fertigungsverfahren.

    Ein Punkt, der uns besonders wichtig ist, ist, kein Material zu verschwenden. Wenn eine Sperrholzplatte zugeschnitten wird, wird diese so angezeichnet, dass möglichst wenig Verschnitt entsteht. Die Reste werden aufbewahrt und beim nächsten Zuschnitt erneut genutzt.

    Während des Segelns kam es in der vorigen Saison bei uns zu einem Zusammenstoß  mit einem Rocket unter der Wasseroberfläche, was zu einer deutlichen Blessur unseres Bootes führte. Im Winter konnte mein Mann die Stelle zunächst spachteln und abschleifen. Nun noch etwas Farbe darauf und vom Schaden war nichts mehr zu sehen. Wir brauchten nichts ersetzen, sondern konnten die beschädigte Stelle wieder aufbauen.

    Die dritte Säule der Nachhaltigkeit ist die Wirtschaftliche Tragfähigkeit. Darunter versteht man bei Privathaushalten die Fähigkeit, eine Finanzierung zu stemmen, indem die monatlichen Kosten aus dem verfügbaren Einkommen gezahlt werden können.

    Wirtschaftliche Tragfähigkeit bedeutet für unser Projekt, dass wir es, wie ja schon beschrieben, nebenberuflich verwirklichen, dass immer dann weiter gebaut wird, wenn die finanziellen Ressourcen vorhanden sind. Wir haben entschieden, dass es uns nicht darauf ankommt, das Projekt möglichst schnell zu verwirklichen, sondern vor allen Dingen finanziell tragbar.  

    Zusammenfassend möchte ich feststellen, dass wir uns bemühen, unser Bootsprojekt so nachhaltig wie möglich zu gestalten. Wir würden uns über Ideen, wie wir dies noch mehr verstärken können, sehr freuen. Jede Idee zählt.

  • Wie alles begann…

    Das Projekt: Bau einer Decksalonyacht als Kielschwerter

    12.07.2023

    Am 12.7.2023 entdeckte mein Mann, Bernd Roß, eine unscheinbare Anzeige im Portal Kleinanzeigen. Er prüfte die Anzeige mehrfach, dann schrieb er eine Mail an den Verkäufer. In dieser mail fragte er nach, ob der Rumpf noch zu haben wäre. Und gleichzeitig bat er um mehr Informationen.

    13.07.2023

    Am folgenden Tag vereinbarte Bernd Roß einen Besichtigungstermin.

    17.07.2023

    Tag der ersten Besichtigung. Wir, Bernd und Carola Roß, fuhren zum ersten Mal zur Bootswerft Hein und erhielten einen Überblick über den kompletten Lieferumfang des Angebotes.

    19.07.2023

    Nach zwei weiteren Tagen entschieden mein Mann und ich gemeinsam, das Abenteuer Bootsbau anzugehen und informierten Herrn Hein.

    21.07.2023

    Eine Anzahlung wurde übergeben. Daraufhin erhielten wir die Pläne, schossen Fotos vom Rumpf und fuhren voller gespannter Erwartung nach Hause. Das Projekt wird starten, wenn unser jetziges Boot im Frühjahr wieder im Wasser ist.

    15.04.2024

    Wir haben die ersten Teile aus Kölln-Reisiek abgeholt.

    Jetzt wird es ernst. Die ersten Bauteile für die Decksalonyacht sind bei uns angekommen. Viele vorbereitete Teile warten jetzt bei uns in der Halle. Wir haben sie mit unserem Anhänger abgeholt und verstaut. Der Kiel ( untere Reihe mittleres Foto) ist allerdings noch nicht dabei. Er ist für unseren Anhänger zu schwer und wird extra abgeholt.

    Jetzt dauert es auch nicht mehr lange, bis der Rumpf bei uns einzieht. Ich bin gespannt. Langsam können wir die Tage zählen. Die Spannung steigt.

    07.05.2024

    Endlich hat das Warten ein Ende. Heute ist der Rumpf bei uns angekommen. Ein Segelkamerad von der SV Glückstadt, unserem Segelverein,hat den Rumpf mit einem Trecker in Kölln- Reisiek abgeholt und ihn dann mit 25 kM/h  nach Kremperheide gebracht. Dann wurde er rückwärts auf unser Grundstück direkt in die große Garage, unsere „Bootswerkstatt“ geschoben. Dort wurde er mit vier großen Kettenzügen vom Trailer gehoben und auf den Boden gestellt.

    Natürlich habe ich fleißig fotografiert und gefilmt.  Daher folgt jetzt eine weitere Bilderserie.

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    Kurz vor der Abfahrt steht der Rumpf auf dem Trailer und wird als nächstes aus der Halle geschoben, damit der Trecker den Trailer ankuppeln kann.

    Der Rumpf ist angekommen. In den nächsten Jahren wird er in der Halle zu einer Decksalonyacht ausgebaut.
  • Das Projekt                                                                                                                      

    Bau einer Decksalonyacht als Kielschwerter

    Vorbereitungen

    Im Juli 2023 entdeckte mein Mann bei Kleinanzeigen das Angebot eines Holzrumpfes für ein Segelboot. Da wir derzeit bereits ein von ihm und seinem Vater gebautes Boot segeln und es immer der Traum meines Mannes war, ein größeres Boot zu bauen, war das Angebot sehr verlockend.

    Wir vereinbarten einen Besichtigungstermin und wurden uns bald mit der Bootswerft Hein in Kölln Reisieck einig. Das Projekt wird im Frühjahr 2024 starten.

    Laut Plan bauen wir eine Decksalonyacht von 10,66 m über alles.

    Um das Projekt zu verwirklichen heißt es nun, Platz in der bestehende Halle zu schaffen und den „Bauplatz“ vorzubereiten. Das Abenteuer wird starten, sobald unser Boot im Frühjahr wieder zu Wasser gelassen wurde. Dann wird der Rumpf auf einem Bootstrailer von einem Trecker bei der Werft abgeholt und bei uns in die Halle gebracht.

  • Do it Yourself – wir bauen ein Boot

    Große Dinge werfen ihre Schatten voraus. Wir werden ein Segelboot bauen. Das klingt für mich im ersten Augenblick immer noch total verrückt. Boote entstehen in Werften – und nicht im eigenen Garten – habe ich immer gedacht. Bis ich 2011 meinen Mann kennenlernte, hatte ich von Booten keine Ahnung. Ich wußte, dass es Motorboote und Segelboote gibt – große und kleine. Aber zu dem Zeitpunkt wäre ich nie auf die Idee gekommen, dass man ein Boot im eigenen Garten bauen kann.

    Doch ich wurde eines anderen belehrt. Die Videoaufnahmen bewiesen es. Unser heutiges Boot ist genauso entstanden. Gebaut von meinem segelverrückten Mann und seinem nicht minder infizierten Vater. Schon kurz nachdem wir uns kennenlernten, erzählte mein Mann mir von seinem Traum. Noch einmal ein größeres Boot bauen. Unseres mit seinen 7,50 m ist manchmal etwas klein. Wenn wir mit ihm unsere Urlaubstörns machen, wünschen wir uns ein wenig mehr Platz. So diskutierten wir immer wieder über ein neues Boot – dachten sogar daran, eines zu kaufen. Von der Stange – wie mein Mann es nannte. Ein Boot, dass es schon gab. Doch dann fanden wir den Rumpf, um den es hier geht. Da der Name eines Segelbootes bis zur Taufe geheim bleibt, bekam unseres den Arbeitstitel Booti und brachte mich auf die Idee für diesen Blog, der den Bau ernsthaft, aber teilweise auch mit einer Prise Humor gewürzt, begleiten wird.

    Der Bau wird im Frühling mit dem Einzug des Bootes in unsere Halle beginnen. Den Bau werde ich mit diesem Blog begleiten. Außerdem könnt ihr uns auf Instagramm (bootiswelt),und facebook folgen. Auch auf Tiktok wird Booti präsent sein. So sollte für jeden etwas dabei sein.

    Wir freuen uns auf zahlreiche Kommentare.